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Politisch unpolitisch

Warum lehnen politische Aktivisten Politik ab?

Maren Zaidan, 19. März 2021 10:30 Uhr

Unzählige Menschen bei den Demonstrationen gegen ein politisch Thema

Für mich begann alles mit der Einsicht, dass politisches und gesellschaftliches Interesse nicht reicht. Wenn die Menschen, die Politik machen, meiner Ansicht nach nicht das Richtige tun oder nicht die Richtigen sind, nützt es nichts zu jammern, ich sollte selbst tätig werden. Wenn es keiner richtig macht und man an die eigenen Ideen glaubt, wird es Zeit etwas zu tun.

Ja, natürlich klingt das Wort Partei und viele damit verbundene Wörter wahnsinnig angestaubt, so angestaubt, dass es einen leicht schüttelt, wenn jemand sie benutzt, aber vielleicht hat das auch einen anderen Grund. Das Wort

Tasse ist soweit ich weiß auch nie aus dem Trend gekommen und auch sehr alt, oder?

Anderes Argument: Parteien haben uns all den ** eingebracht!. Ihr hattet die Wahl. Warum wählt ihr immer wieder dieselben? Zudem: Schaut in die Geschichte. Schaut euch an, wie Parteien entstanden sind, warum unser politisches System heute so aufgebaut ist, wie es aufgebaut ist. Dass man etwas verbessern kann, bestreitet wahrscheinlich kaum jemand.

Aus diesen Gründen frage ich mich warum ich immer mehr auf Menschen stoße, die sich aktiv mit Politik beschäftigen. Menschen, die politischen Aktivismus betreiben. Menschen, die ganz klar wissen, was sie politisch wollen und warum. Menschen, die Veränderung fordern. Menschen, die für all das auch viel Zeit aufwenden und Freude daran haben, aber bei Fragen nach mehr als politischen Aktivismus ablehnend oder verschreckt reagieren - wenn sie überhaupt noch einen Ton abgeben!

Wir sind viele!, das ist schön gesagt und wahr, aber viele Menschen, die meckern und Schilder hochhalten allein sind nicht genug, um nachhaltig etwas zu verändern. Menschen mit undurchdachten Forderungen und Lösungen, bringen eher Leid als Verbesserung.

Nicht nur mir, auch vielen anderen kam bereits öfter der Gedanke, dass viele Demonstranten eher Freude an der Demo selbst haben, als etwas ändern zu wollen. Ist es die Scheu davor Verantwortung zu übernehmen?

Wer etwas ändern möchte, muss etwas tun. Wer keine neue Lösung hat, muss alte Wege beschreiten und eventuell versuchen zu reformieren.

Ihr seid von bereits geschehenen Enttäuscht? Fehler können passieren, es können falsche Wege eingeschlagen werden und ja es gibt Dinge, die zerstörerisch wirken. Aber gewinnen kann in solchen Fällen nur das Steh-auf-Männchen mit Lernvermögen!

Wenn eine Bewegung jede Woche aufgrund der Politik auf die Straße geht und andere von den eigenen Meinungen bekehren möchte, müssen alle, die es können, anfangen Veränderungen zu schaffen. Für die, welche es noch nicht gemerkt haben: Diese Krise ist eine politische! Wir kämpfen nicht gegen die Viren. Unsere bekannten Mitmenschen handeln, wie sie handeln, weil sie auf die Regierung hören und von ihr Angst gemacht bekommen. Die Maßnahmen sind keine Naturkatastrophe, keine Konzernpolitik und kein Gesellschaftswandel. Politik ist änderbar, aber nur wenn man mitspielt! Also fangt an zu spielen und am besten spielt ihr natürlich bei uns mit!


Maren Zaidan
Bundesvorsitzende
DIE FÖDERALEN

Quelle: https://www.msn.com/de-de/nachrichten/coronavirus/%e2%80%9ebin-sehr-besorgt%e2%80%9c-anzeichen-klar-rki-chef-wieler-sieht-beginn-dritter-corona-welle/ar-BB1etfjO?ocid=ientp