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Ich diskriminiere dich.

Diskriminiere mich nicht!

Maren Zaidan, 19. Januar 2021 15:00 Uhr

Es gibt viele Arten von Diskriminierung.

Ist unsere Welt freier von Diskriminierung geworden? Diskriminiert inzwischen der Kampf gegen die Diskriminierung? Für was kann man alles diskriminiert werden oder sich diskriminiert fühlen? Und wer diskriminiert wen warum?

Man kommt an keinem Tag mehr um das Thema herum. Jeden Tag geht es in irgendeiner Form um Diskriminierung. Die eine Religion fühlt sich von der anderen diskriminiert, das eine Geschlecht vom anderen, die eine Ethnie von der anderen und so weiter. Man könnte meinen wir hätten das schlimmste Überstanden. Die Apartheit ist zum Glück Geschichte, Frauen und alle sexuellen Ausrichtungen sind heterosexuellen Männern gleich gestellt, divers ist inzwischen als drittes Geschlecht in Deutschland und anderen Staaten amtlich eintragbar und vieles mehr.

Doch manchmal scheint es so, als wenn wir so bemüht darum sind Ungerechtigkeiten auszugleichen, dass dies schon wieder diskriminierend wirkt. In der Republik Südafrika rächen sich die früher unterdrückten an den Erben der früheren Unterdrücker. Der Generationenunterschied wird nicht beachtet. Die durch beides entstehenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Probleme werden hingenommen. Zusammenarbeit würde für einen Ausgleich sorgen und viele Probleme lösen. Palästinenser und Israelis beeindrucken beide mit ihren Argumenten, weshalb die andere Seite sie schlecht behandelt. Ein Weg friedlich nebeneinander zu leben wird nicht gesucht. Die Weltreligionen fühlen sich voneinander bedroht und werfen den Medien vor, den jeweils andere zu bevorzugen. Selbst auf der niedrigsten Ebene finden wir kaum noch Kompromissfähigkeit. Auf welches Geschlecht können wir verzichten? Das ganze nimmt Einfluss auf unserer Sprache. Auch gut informierte Menschen, die wirklich niemanden diskriminieren wollen, kommen manchmal nicht mehr nach.

Viele bilden sich einfach ein, dass die Gegenseite bevorteilt wäre und beachten dabei nicht mehr die Probleme der anderen Seite. Diskriminierung sollte nicht stattfinden. Jeder Mensch sollte gleich behandelt werden. Zu diskriminieren, weil die andere Seite es auch getan hat, ist kindisch. Jeder der auf den anderen mit dem Finger zeigt und das Opfer spielt, sollte sich überlegen, ob der andere nicht zurück zeigen kann. Frieden zu wollen ist gut, aber nur wenn sich beide Seiten ihrer eigenen Taten bewusst werden. Bisher weniger hoch gebildete Anteile der Bevölkerung besser zu fördern ist gut, aber wie kamen wir auf den Begriff positive Diskriminierung und ab welchen Punkt, ist uns inzwischen manchmal Diversität wichtiger als das was gerade zählt?

Fälle, wie Lügen über das Geschlecht, die sexuelle Orientierung, die ethnische Herkunft sind leider inzwischen öfter zu finden. Menschen lügen über ihre Merkmale, um sich in einer Welt, die gegen Diskriminierung kämpft, Vorteile zu erschaffen. Es stellt sich die Frage, ob der Kampf gegen Diskriminierung nicht inzwischen für Diskriminierung gesorgt hat.


Maren Zaidan
Bundesvorsitzende
DIE FÖDERALEN