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Die Welt sortiert sich neu

Corona Krise - Fehlalarm oder Startschuss einer geopolitischen Transformation?

Gerhard Paul Nadolny, 5. Juli 2020 09:46 Uhr

Wer wird zu wem finden?

Wir leben in einer Zeit, in der unsere Qualitätsmedien die Meinung bestimmen und selber denkende Wissenschaftler, wie beispielsweise Prof. Dr. Sucharit Bhakdi von der Politik ignoriert, angefeindet oder zensiert werden. Da Bhakdi´s Buch allerdings die Bestsellerlisten stürmt, keimt in mir die Hoffnung, dass es unseren Systemmedien nicht gelungen ist, die Bürger vollständig einzuschläfern. Die zahlreichen Käufer seines Buches sind Menschen, die noch wach sind. An diese richtet sich auch die Frage:

Ist die Corona Krise nur ein Fehlalarm oder der Startschuss zu einer tiefen Transformation?

Zunächst muss ich vorausschicken: auch ich hatte Anfang März Angst, denn die Bilder aus Bergamo haben bei mir Eindruck hinterlassen. Als eine HNO Ärztin aus Krefeld damals meinte, das Covid-19 Virus sei nicht gefährlicher als die jährliche Grippe, habe ich dagegen gehalten. In diesem Zeitraum rief mich auch ein Freund an und fragte, was ich von der Pandemie hielt. Ich meinte, sie sei sehr Ernst zu nehmen, da alle Machtzentren unserer Welt, sei es in Peking, Moskau, Washington, Berlin, London oder Paris sich in der Beurteilung einig seien. Inzwischen will ich aber nicht mehr ausschließen, dass die sogenannte Corona Pandemie global orchestriert wird. Ja, jetzt betrete ich die Ebene der Verschwörungstheorien. Viele Verschwörungstheorien von gestern, sind jedoch die Wahrheiten von heute. Deshalb ist es besser, einmal zu oft, als einmal zu wenig quer zu denken. Gestern stieß ich nun auf einen Artikel über Andrej Bezurkow. (Quelle: http://analitik.de/2020/07/02/geopolitik-von-andrej-bezrukow/)

Er ist Oberst a. D. des russischen Auslandsgeheimdienstes und hat zwei Jahrzehnte in den USA gearbeitet, bevor er 2010 aufgedeckt wurde. Im Rahmen eines Gefangenenaustausches kam er zurück nach Russland. Was sagt der Ex-Oberst nun zur Weltlage? Er meint:
Die Corona Krise sei der Startschuss für eine tiefgreifende geopolitische Transformation und diese würde 10 Jahre dauern. Die Staaten würden wie im Kriegsmodus operieren, Die Bevölkerung würde eng kontrolliert und „den Gürtel enger schnallen“. Bestätigt wird seine Theorie von Warren Buffet, der vor wenigen Jahren verkündete: “Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen.” Dass es sich bei der Transformation, also der grundlegenden Veränderung eines politischen Systems um keine Verschwörungstheorie handelt belegt auch die legendäre New World Order Rede von George W. Busch (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=8DtEcZ3cfg4).

Und beim Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar 2019 plädierte auch unsere Kanzlerin Angela Merkel für eine neue Weltordnung. (Quelle: https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/internationale-politik/id_85133976/weltwirtschaftsforum-in-davos-angela-merkel-plaediert-fuer-neue-weltordnung.html).

Rein zufällig ist das Thema des Weltwirtschaftsforums im Januar 2021 The Great Reset, oder auf Deutsch Der Grosse Neustart. Ist die geopolitische Transformation also gewollt? Könnte die Corona Krise der Startschuss zu einer neuen Phase in diesem Krieg gegen die Bevölkerung sein?

Wir werden bald sehen, welche Verwerfungen solche Umgestaltungen mit sich bringen werden. Die besten Jahre unserer Konsumgesellschaft dürften hinter uns liegen. Und wann bekommen wir unsere Freiheitsrechte zurück? Diese Frage ist angesichts der KI- bzw. 5G basierten Überwachungsstrategien wahrscheinlich naiv. Unsere Jugend ist bereits vom Smartphone schwerst abhängig. Wer soll das noch ändern? Und mit dem universellen Grundeinkommen könnte unsere Abhängigkeit vom Staat und damit auch unsere Unfreiheit ihre Vollendung finden. Bezurkow meint, dass nach Beendigung der Transformation die Kontrolle über uns gelockert werden wird und die Menschen ihre Privatsphäre zurückfordern werden. Diese Forderung wird auch mehr oder weniger erfüllt werden. Zumindest würde eine Kontrolle auf Schritt und Tritt abgeschafft.

Folgende politische Ideen seien jetzt gefragt und stellten das aktuelle ideologische Bedürfnis dar:

  • Gerechtigkeit (zunehmende Schere zwischen Reich und Arm schließen)
  • Kollektivismus (Wohl der Gesellschaft über dem Wohl des Individuums)
  • Vorrang der Natur (Natur-bewahrende Lebensweise)

Im Ergebnis der Transformation würde die Welt in regionale wirtschaftliche Zonen zerfallen. Diese benötigen folgende Voraussetzungen:

  • Ein großer Markt, der unter eigener Kontrolle steht
  • Ein monetäres Emissionszentrum (eigene Währung für den Markt)
  • Eine konstitutionelle Idee, eine philosophische Denkrichtung
  • Infrastrukturelle Basistechnologien (Energie, Transport, Informationsnetzwerke usw.)

Welche Blöcke könnte es geben?

  1. Den angelsächsischen Block bestehend aus USA, Kanada, Großbritannien, Australien. Diese Länder sind sprachlich und kulturell eng verwandt, haben einen ausreichend großen Markt, den Dollar und alle Basistechnologien.
  2. Ein weiterer Block würde sich sich um China herum bilden.

Außerhalb von Blöcken stünden unter anderem Japan, Russland und Westeuropa, bestehend aus Deutschland, Frankreich, Italien und Benelux. Japan sei verfeindet mit China und zu fremd für die Angelsachen, es habe eine eigene starke Währung, aber nicht alle Basistechnologien und überhaupt keine eigenen Ressourcen. Westeuropa habe das gleiche Problem: Währung ist da, aber Technologien und Ressourcen fehlen. Russland habe die nötigen Technologien und Ressourcen, aber kein Emissionszentrum und keinen ausreichend großen Markt, es werde daher mit irgendwem koalieren müssen. Ein Beitritt in den chinesischen Block sei wegen der zu starken kulturellen Differenzen nicht zu erwarten.

Westeuropa, Japan und Indien werden sich entscheiden müssen, mit wem sie koalieren. Auf die Frage, warum in seinen Überlegungen die EU überhaupt nicht auftaucht, gibt Bezrukow seine Prognose ab: Die EU wird auf ihren Kern, die Gründerstaaten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, zusammenschrumpfen. Wirtschaftlich wird Westeuropa mit den USA und mit China konkurrieren können, wegen des Fehlens kritischer Infrastruktur wird es aber keinen eigenen Block bilden können.

Wir Westeuropäer haben also die Wahl, ob wir uns im Rahmen der großen Transformation der Achse Paris – Berlin - Moskau annähern, oder sogar gemeinsam mit Russland und/oder Indien und/oder Japan einen Block bilden. Wie auch immer, die russische Föderation gehört zumindest teilweise zu Europa und die Geschichte lehrt uns, dass wir Westeuropäer in Frieden und Freundschaft mit Russland leben müssen und es deshalb Sinn macht, über einen Block gemeinsam mit Russland nachzudenken.


Gerhard Paul Nadolny
Bundesvorsitzender der Partei DIE FÖDERALEN
Remscheid, den 05.07.2020