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Abschied

Wenn Kampagnen schieflaufen

Stefan Brackmann, 8. Dezember 2021 09:00 Uhr

Jetzt ist es passiert! Mein Leben wird sich ab heute wohl deutlich ändern. Es heißt Abschied nehmen von Ritter SPORT, Pril und vielen anderen bekannten Produkten und Unternehmen. In einer in der Geschichte unseres Landes beispiellosen Kampagne haben sich wohl 150 Unternehmen bereit erklärt, Werbung für das Impfen durchzuführen.

Daran stören mich persönlich mehrere Dinge:

  1. Hier zeigt sich wieder eine nie gekannte Gleichschaltung von Politik, Pharmaindustrie und Unternehmen. Ein Ausweichen ist kaum möglich. Wenn eine Idee mit solcher Brachialgewalt in die Köpfe der Verbraucher gelangt, kann das in meinen Augen nichts Gutes sein.

  2. Ich bin schon lange jemand gewesen, der Dinge hinterfragt. Und das erst recht, wenn sie wie hier so massiv auf einen einströmen und Einfluss nehmen wollen. Wo ist der kritische Blick? Wer kann sich öffentlich noch kritisch äußern, ohne sofort in eine Schublade gesteckt zu werden?

  3. Hier scheinen Kosten keine Rolle zu spielen! Ich weiß noch nicht, was diese Aktion insgesamt kosten wird, aber gäbe es dafür nicht eine bessere Verwendung? Im Ahrtal gibt es genügend Entfaltungspotential, um mit dem gleichen Geld und Elan viel Aufmerksamkeit zu erreichen. Viele Familien müssen bangen, ob und wie sie den Winter verbringen können ohne die notwendige oder ausreichende Strom- und Wärmezufuhr. Von den Versprechungen, die seinerzeit geleistet wurden, kann man keine nassen Wände trocknen.

  4. Ich werde Verzicht üben (müssen)! Das Einkaufen, welches aktuell für mich keinen Spaß darstellt, wird noch anstrengender.

Auch positive Effekte sind zu verzeichnen:

  1. Man kann sein Gedächtnis schulen, indem man sich die 150 Firmen/Produkte merkt, die man in Zukunft meiden möchte.

  2. Ich bin hoffnungsvoll, dass genau diese Teilnehmer an der Kampagne in kurzer Zeit merken werden, wie viele Menschen das ähnlich sehen wie ich. Ein großer Teil ihres Umsatzes (natürlich wegen Corona!) wird ausbleiben, ich bin auf die Kreativität der bilanzierenden Mitarbeiter gespannt, wie das begründet wird.

Wenn man Verzicht übt, geraten neue Ideen oder neue Sichtweisen in den Fokus und vielleicht ist es für den einen oder anderen auch heilsam und das kann auch vor Krankheiten schützen!


Stefan Brackmann
Bundesvorsitzender
DIE FÖDERALEN



Quelle:
Diverse, u. a.: https://www.rtl.de/cms/150-unternehmen-gemeinsam-gegen-corona-erkennen-sie-diese-werbe-slogans-4878949.html