Themen > Brackies Ecke

Wermutstropfen

Nicht zu früh freuen

Stefan Brackmann, 25. März 2021 12:00 Uhr

Was für ein Tag gestern! Die Ereignisse scheinen sich zu überschlagen, die Presse ist in Aufruhr und die Welt scheint sich ein wenig mit Frühlings- oder Aufbruch-Phantasien zu beschäftigen. Was ein kurzer Satz, in der richtigen Zeit von sich gegeben, doch alles bewirken kann.

Unsere Kanzlerin, Frau Dr. Angela Merkel, gibt offen einen Fehler zu, übernimmt Verantwortung und bittet um Verzeihung. Schon sind alle aus dem Häuschen, da werden Worte wie: Respekt und Bewunderung laut.

Doch lassen wir einmal die Kirche im Dorf! Wer in dieser vorösterlichen Woche Abbitte leistet ist nur ein Opportunist, der das Ganze weder ernst nimmt noch richtige Einsicht zeigt. Wer in der Position Angst hat, die Unterstützung zu verlieren, hat neben einer solchen Geste auch die Vertrauensfrage zu stellen.

Die sogenannte Kanzlerrunde mit den Ministerpräsidenten der Länder ist ein Gremium, welches keine verfassungsmäßigen Rechte aufweist. Doch dort werden aktuell alle Entscheidungen getroffen. An den gewohnten Gremien Bundestag und Bundesrat vorbei. Wo aber kein Kläger, da kein Richter.

Wo ist die Opposition, wo die angekündigte Rücktrittsforderung? Steht sich hier das System selbst im Wege? Hat man Angst, seiner Meinung freien Lauf zu lassen. Hat man Angst vor dem Ungewissen, dem Neuen? Hat man Angst, eventuell seinen gewohnten Arbeitsplatz zu verlieren? Dann, liebe Volksvertreter, habt ihr den Kontakt zu eurem Volk bereits seit langem verloren, denn diese Angst müssen wir täglich überwinden!

Ich persönlich habe die Nachricht auch zunächst einmal positiv zur Kenntnis genommen, musste mich dann doch korrigieren. Meiner Wahrnehmung nach leben wir aktuell in einem fortgeschrittenen Stadium des Stockholm-Syndroms. Bei neutraler Betrachtung wurde uns eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 18. April verkauft. Und alle sind zufrieden, da man uns ja gestattet, am Gründonnerstag und Ostersamstag einkaufen zu gehen.

Weiterreichende Reisebeschränkungen werden diskutiert (Mallorca/Testpflicht) und unsere Kinder bangen weiterhin um ihre Bildungschancen. Die Unternehmen werden aufgefordert, wenn nicht sogar gezwungen, ihre Mitarbeiter zu testen. Wer jetzt schon ein Ende des Leids sieht, wird wieder hingehalten, seine Energie zerstreut und die nächsten Maßnahmen können ungehindert vorbereitet werden.

Wenn wir der Manipulation jedoch widerstehen, kann Stockholm aus dem Psychologie-Wörterbuch wieder gestrichen werden. Es ist dann eine europäische Hauptstadt und uneingeschränkt eine Reise wert!


Stefan Brackmann
Bundesvorsitzender
DIE FÖDERALEN

Quelle: eigene Recherche; Beschluss Bund-Länder-Runde