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Deutsche Sprache

Wenn selbst Experten spielen

Stefan Brackmann, 30. November 2020 23:00 Uhr

Wenn es klappt, dann werden diese Zeilen so aktuell sein wie noch nie ein Artikel von mir zuvor. Was ist so wichtig, dass es sofort bearbeitet werden muss?

Mich erreichte gerade die Eilmeldung, dass die Gesellschaft für deutsche Sprache e. V. soeben das Wort des Jahres verkündet hat! Und jetzt haltet Euch fest: Es lautet:

Corona-Pandemie

Hier fällt mir nicht mehr viel zu ein, im übertragenen Sinn natürlich. Sonst müsste ich ja auch dazu nichts zu Papier, äh Computer bringen. Fangen wir also gleich einmal an.

  1. Unwort ist eine Singularform, also richtig müsste es doch heißen: Unworte des Jahres oder zusammengesetztes Unwort des Jahres. (Ja, ich bin manchmal pedantisch!)

  2. Sowohl Corona als auch Pandemie sind vom Wortstamm her lateinischen und griechischen Ursprungs. Ist nicht schlimm, fällt mir nur auf.

  3. Wird als Wort des Jahres jetzt das Wort gewählt, welches am häufigsten verwendet wird?

Ich finde diese Abstimmung in weiten Teilen fragwürdig, wer die Begründung liest kann sich vor Framing und Fehlinterpretationen kaum schützen. Beispiel:

Wirtschaft und Kultur und auch das private Leben wurden und werden durch Corona tiefgreifend beeinträchtigt. Ich habe schon mehrfach darauf hingewiesen, dass nicht das Virus, sondern die (übertriebenen und unverhältnismäßigen) Maßnahmen das zu verantworten haben. Und damit diejenigen, die diese Maßnahmen beschließen und umsetzen.

Hier spielt die Gesellschaft für deutsche Sprache e. V. das Spiel des Jahres mit und lässt keinen Zweifel daran, dass hier in unserem Land gesunder Menschenverstand, logisches Denken und wissenschaftlicher Diskurs nicht mehr gefragt sind.

Daher mein Vorschlag: Corona-Pandemie zum Wettbewerb: Spiel des Jahres zuzulassen, dann machen wir uns nur der Verharmlosung strafbar und das hat meines Erachtens weniger Konsequenzen als das wirtschaftliche Vabanque-Spiel, welches gerade stattfindet.

Ein weiterer Tipp: Die nächsten 9 Worte lesen und darüber nachdenken. Wem dann noch nicht übel geworden ist, dem biete ich gerne ein Gespräch an.


Stefan Brackmann
Bundesvorsitzender
DIE FÖDERALEN

Quellen: https://gfds.de/wort-des-jahres-2020-1/