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Es musste so kommen...

Stefan Brackmann, 22. Juli 2020 19:50 Uhr

Jetzt kommen viele Dinge zusammen, die in den letzten Tagen passiert sind. Fangen wir mit einem klugen Kopf an, der auf eine Frage, wie viele Personen denn bei einer Veranstaltung am sinnvollsten seien, die Zahl sieben nannte. Auf Nachfrage, wie er denn auf diese Zahl käme, kam die passende Erklärung: Ich mag halt Primzahlen!. Das fand ich genial, hatte ihn aber eher der Fraktion

42 zugeordnet. Ihr wisst schon, die Antwort auf alle Fragen des Universums lautet: 42. Hatte ihm das dann auch geschrieben und gleichzeitig eine Lösung für uns parat. Wenn man die Zahl 42 in ihre Primzahlen zerlegt, kommen wir auf 2,3 und 7. Da zwei und drei als Gruppe nicht so relevant erscheinen ist die Antwort nur eines: logisch!

In einer anderen Gruppe stieß ich auf ein mir sehr bekanntes Wort. Dieses heißt: Ketose. Da wurde ich hellhörig (auch ein komischer Begriff, wenn man einen Text liest – da kann man auch ein Thema draus machen, notiert!). Bin ich doch selbst ein Anhänger dieser Ernährungsform. Doch jetzt erst einmal langsam und der Reihe nach. Doch wo fange ich am besten an?

Nehmen wir als Start unserer Reise die Lebenserwartung. Sie wird statistisch mittlerweile gut erfasst. Sie ist in den letzten Jahrzehnten stetig gestiegen. Die Zahlen sind den meisten mittlerweile bekannt und sind z. B. ein wichtiger Bestandteil bei der Berechnung von Versicherungsprämien und Rentenzahlungen. Jetzt kommt es aber: Es gibt Länder, in denen die Lebenserwartung der kommenden Generation niedriger sein wird als die unserer Generation. Dies betrifft zum Beispiel die USA und Mexico.

Was ist der Grund? Diese Frage stellt sich dann und die Antworten sind weder einfach noch machen sie uns Hoffnung. Es wird von Drogen, Suiziden oder anderen Gewalttaten gesprochen. Geht man jedoch tiefer in die Statistik, so offenbart sich eine andere Gemengelage. Es wird dann auch von einer Steigerung der Herz-Kreislauf-Erkrankungen, von Krebs, Atemwegserkrankungen und weiterem gesprochen. Vieles lässt sich zusammenfassen als Metabolisches Syndrom.

Hier kommt jetzt ein kleiner Schlenker zum Corona-Thema. Studien haben auch dort ergeben, dass ein Großteil der Opfer von Covid-19 unter eben diesem gelitten haben. Eine Studie besagte, dass 88 % einen BMI (Body-Mass-Index) von über 25 und 75 % einen BMI von über 30 aufwiesen. Daher auch die Aussage, dass fast alle Todesfälle in Begleitung von mehreren schweren bis schwersten Erkrankungen einhergingen.

Die Ernährung unserer Zeit ist größtenteils industriell hergestellt. Kostengünstig ist immer die Beimischung von Glukose/Fruktose in all seinen Formen. Ebenso die Verwendung von Mehlen aller Art, die meistens von hochgezüchteten Pflanzen stammen. Unser Körper bzw. unser gesamtes Verdauungssystem kann sich aber weder schnell genug an die neuen Nahrungsmittel anpassen (z.B. Weizen-Gluten-Zölliakie) noch benötigt er Kohlenhydrate in dieser massiven Menge.

Die Lebensmittelindustrie hat es geschafft, die ganze Welt abhängig zu machen. Zu Anfang mit einer gefälschten Studie, die jahrzehntelang behauptete, Zucker sei der wichtigste Energielieferant unseres Körpers und dementsprechend gesund. Dies ist mittlerweile aufgeklärt (Die große Zuckerlüge auf Arte.) Man darf Zucker mittlerweile auch als Gift bezeichnen. (Ja, ich kenne die Aussage von Paracelsus!) Die Werbung der Lebensmittelindustrie hat dazu auch noch ganze Arbeit geleistet und ein Ende ist nicht in Sicht.

Jetzt gibt es jedoch immer mehr Menschen, die sich damit intensiver auseinandersetzten. Die das auch intensiv erforschen. Daraus entstehen Ernährungskonzepte, die vielversprechend sind, wie zum Beispiel Steinzeit-Paleo oder Low/No-Carb bis hin zur ketogenen Ernährung. Hierbei wird der Stoffwechsel von Kohlenhydrat- auf Fettverbrennung umgepolt, der Körper ernährt sich vom Fett in Form von Ketonkörpern. Mittlerweile sind auch viele Hochleistungssportler dabei, die aufzeigen, dass diese Ernährungsform zumindest nicht leistungshemmend ist.

Man muss nicht unbedingt so tief in dieses Thema einsteigen, man muss auch nicht jedem Trend hinterherlaufen. Doch der bewusste Umgang mit unserer Ernährung kann Leben retten und Leid vermeiden. Das gilt selbstverständlich auch für vegetarische/vegane Lebensweisen.

Unsere somatische Intelligenz ist verkümmert. Und niemanden interessiert es. Wer kennt noch den richtigen Geschmack von Gemüse und Obst. Wer jemals Milch frisch vom Bauernhof getrunken hat weiß, dass die Milch, die wir täglich kaufen, mit dem Originalprodukt kaum noch etwas zu tun hat.

Doch wo bleibt die Aufklärung? Was macht das Gesundheitsministerium? Wo ist die Lebensmittel-Ampel als kleinster Kompromiss?

Wieder mal vor der Lebensmittel-Lobby eingeknickt?

Ach so: 47 ist kein Schreibfehler. Sondern die Zahl der essentiellen Substanzen, die unser Körper täglich benötigt. (Zucker ist nicht darunter!)


Stefan Brackmann
stellvertretender Bundesgeschäftsführer
DIE FÖDERALEN

Quelle: eigene Erfahrung und viel Engagement