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Kollateralschäden I

Was von der Presse nicht oder nur in homöopathischen Dosen verabreicht wird.

Stefan Brackmann, 3. Juli 2020 16:50 Uhr

Die Kollateralschäden im Gesundheitswesen

In einigen Zeitungen, u. a. Focus online, wird von einer ersten Studie der AOK berichtet, die darlegen soll, wie viele Patienten sich wegen Corona nicht behandeln ließen.

Zunächst einmal auch hier der Hinweis, dass Corona niemanden daran hindert bzw. daran hindern kann, etwas zu tun. Hier hat das Framing wieder einmal zugeschlagen und ein neues Narrativ geschaffen. Alles ist durch den SARS-CoV-2-Erreger entstanden und geschuldet.

Doch diese Denkweise lenkt wieder vom eigentlichen Problem ab. Die Menschen in unserem Land werden verunsichert und Ängste werden bewusst geschürt. #WirBleibenZuhause, der Aufruf, der täglich durch unsere Medienlandschaft wabert, gibt den Verunsicherten den Rest. Dass es sich hierbei um eine Werbeaktion des Bundesgesundheitsministeriums mit der renommierten Werbeagentur Scholz & Friends handelt, wissen die Wenigsten.

Jetzt zum daraus entstandenen Problem: Diese oben aufgeführten Maßnahmen haben doch tatsächlich Wirkung gezeigt! Wie die AOK-Studie aufzeigt, sind die Zahlen der Patienten mit akuten Erkrankungen und Symptomen, etwa Herzinfarkten und Schlaganfällen besorgniserregend zurückgegangen.

Dies wird durch größere Studien seitens der Oxford-Universität weiter untermauert. Die Anzahl der durch verspätete oder verzögerte Behandlung in Mitleidenschaft geratene oder sogar gestorbene Patienten lässt sich nur schätzen. (Schätzen ist ein gern genommener Begriff im täglichen Lagebericht des RKI und kommt dort 15 bis 17 mal vor.)

Die genaue Anzahl der Todesopfer durch diese Entwicklung dürfte erschreckend hoch sein. Wenn man dann noch die nicht oder verspätet durchgeführten Operationen hinzuzählt – diese dürften mittlerweile im Bereich der Millionen liegen – sind signifikante Zahlen zu erwarten. Diese dürften mittlerweile die originären Covid19-Toten, so sie denn wirklich an und nicht mit dem Virus gestorben sind, übersteigen.

Dabei hat es zu keiner Zeit eine Auslastung der Krankenhäuser gegeben. Die Auslastung der Intensivbetten in Deutschland lag in der Spitze um die 62 %, diese liegt im Normalfall bei 75 %! Corona-Patienten hatten maximal 20 % der Kapazitäten belegt, aktuell liegt diese Zahl bei exakt 1 %.

Wer Angst schürt und Unsicherheit verbreitet macht sich für diese Entwicklungen mitverantwortlich.


Stefan Brackmann
stellvertretender Bundesgeschäftsführer
DIE FÖDERALEN

Quelle: Focus online / AOK / Oxford academic